Urteile Werberecht 2016

 OLG Karlsruhe: Zugänglichkeit der Erläuterung von Sternchenhinweisen

  • Erläuterung eines Sternchens muss klar und eindeutig angegeben werden
  • Sie muss auch erkennbar und leicht zugänglich sein
  • Keine leichte Zugänglichkeit liegt vor, wenn sich Informationen auf einer anderen Seite befinden

VG Hannover: Unzulässiges Productplacement im Dschungelcam

  • Produkt „Leibniz pick up“ im Dschungelcamp 2014 zu stark in den Vordergrund gerückt
  • Productplacement muß von der übrigen Sendung getrennt und als Werbung erkennbar bleiben
    Wenn der Werbezweck das Sendungsgeschehen dominiere und der natürliche Handlungsablauf dahinter zurücktrete, sei dies eine zu starke Hervorhebung.

 BGH: „Der Zauber des Nordens“ oder : Trinkgeld muss angegeben werden

  • Auch Serviceentgelt bei einer Kreuzfahrt muss entsprechend der Preisangaben-verordnung genannt werden 
  • Der Verbraucher betrachtet Serviceentgelt als zwingend anfallendes, bereits bestimmtes Entgelt für die Kreuzfahrt. 

 

KG: Auch zulässige Werbung per Post kann unzulässig sein

  • Werbung per Post ist grundsätzlich zulässig
  • Allerdings kann sie im Einzelfall durch besondere Umstände unzulässig werden

 

 KG: 30.000 Euro Streitwert bei unerlaubter E-Mail Werbung

  • Die Kosten für eine Abmahnung wegen Wettbewerbswidrigkeit hängen vom   Streitwert ab
  • Im Fall einer unerlaubten E-Mail Werbung kann ein Streitwert von 30.000 Euro   angemessen sein
  • Bei geschäftlicher oder beruflicher Betroffenheit kann ein Streitwert bis zu 10.000
  • Euro und dem privaten Bereich bis zu 7500 Euro angemessen sein
  • Kriterien sind die Erkennbarkeit als Werbung, die Hartnäckigkeit und das Ausmaß   der Betroffenheit 

 

OLG Hamm: Auch Angebote im Internet müssen kurzfristig verfügbar sein

  • Das UWG gilt auch für Angebote im Internet

 

LG Berlin: Ausnutzen von Informationen eines Maklers begründet keinen Provisionsanspruch

  •  Makler, der im Rahmen der Werbung Angaben zu einem Objekt macht, handelt auf   eigenes Risiko

 

Anwaltsgerichtshof Berlin: Anwalt darf nicht gleichzeitig Immobilienmakler sein

  • Tätigkeit als Immobilienmakler grundsätzlich mit dem Anwaltsberuf unvereinbar
  • Es besteht eine erhebliche Gefahr der Interessenkollision
  • Verlust des durch die den Widerruf der Anwaltszulassung eingetretenen Einkommens sei keine unzumutbare Härte.

 

BGH: Nicht ohne weiteres Haftung für Hyperlink

  • Verlinkung grundsätzlich zulässig
  • Problematisch dann, wenn verlinkte Seite rechtswidrigen Inhalt aufweist
  • Erst dann, wenn der Unternehmer, der die Verlinkung vorgenommen hat, von dem rechtswidrigen Inhalt Kenntnis hatte.

 

BGH: Was ist „Lesbarkeit“ ?

  • Lesbarkeit auch bei kurzem Text in schwarzer Schrift auf weißem Papier
  • Auch ohne Fettdruck
  • Lesbarkeit muss in jedem Einzelfall beurteilt werden
  • Kriterien können sein: Abstand, aus dem ein Endverbraucher eine Angabe liest, Schriftgröße, Druckbild sowie die Wort- und Zahlenanordnung und die Gliederung.

 

 

OLG Düsseldorf: Bank muss auf Veränderung des Zinssatzes bei Tagesgeldkonto ausdrücklich hinweisen

  • Bank hatte um neue Kunden damit geworben, dass diese „1, 5 % (Zinsen) p.a. auf Tagesgeld„ erhielten.
  • Werbung enthielt keinen Hinweis, dass sich bei einem Tagesgeldkonto der Zinssatz jederzeit ändern kann
  • Deswegen hätte über die Variabilität des Zinssatzes deutlich informiert werden müssen.

 

OLG Düsseldorf: Unterlassungserklärung kann auch nach 13 Monaten noch angenommen werden

  • Abmahnung eines Kfz Händlers am 19.11.2011, am 5.1.2012 strafbewehrte Unterlassungsverpflichtungserklärung
  • Vertragsstrafe verwirkt, auch wenn die Unterlassungserklärung erst nach 13 Monaten ausdrücklich angenommen wurde

 

KG: Auf zusätzliche Gebühr für Sitzplatzreservierung muss erst bei  Buchung der Sitzplatzreservierung hingewiesen werden

  •  Kosten für die Sitzplatzreservierung sind fakultative Zusatzkosten, die beim Beginn des Buchungsvorganges (der Reservierung des Sitzplatzes) und nicht schon bei der Buchung der Reise genannt werden müssen

 

OLG Frankfurt: Bedienungsanleitung kann urheberrechtsfähig sein

  • Bedienungsanleitung kann als Schriftwerk durch das Urheberrechtsgesetz
      geschützt sein
  • Kriterien sind Länge des Textes, Reihenfolge der Darstellung, eigenschöpferische, eigentümliche Gedankengestaltung und -führung und die individuelle Prägung.
  • Dabei muss der gesamte Text in die Überprüfung mit einbezogen werden.

 

EuGH: Ehemalige Vertragswerkstatt haftet nicht ohne weiteres für Anzeigen nach Vertragsende

  • Versäumnisse eines Portalbetreibers sind dem Werbenden nicht zuzurechnen
  • Inhaber der Marke kann aber von dem werbenden Unternehmen Rückerstattung aller wirtschaftlichen Vorteile verlangen

 

BGH: SCHUFA-Hinweis in Mahnung kann unzulässig sein

  • Hinweis nur dann zulässigi, wenn der Verbraucher  darüber informiert wird, dass bloßes Bestreiten einer Forderung genügt, um die Mitteilung an die SCHUFA zu verhindern.

 

BGH: Auch automatisch generierte Bestätigung der E-Mail unzulässig

  • Der BGH hat Entscheidungen des AG Stuttgart – Bad Cannstatt und des LG Stuttgart bestätigt, dass eine eMail unzulässig ist, mit der automatisch der Eingang einer Mail bestätigt wird
  • Wenn in der bestätigenden eMail Werbung enthalten ist

 

OLG Celle: Land haftet für Urheberrechtsverletzung eines Lehrers

  • Für Urheberrechtsverletzung eines Lehrers haften die Schule und  das Land

OLG Frankfurt: Doppelschöpfung bei kleiner Münze

  • “Doppelschöpfungen“ sind Werke, die von zwei unterschiedlichen Urhebern unabhängig voneinander geschaffen wurden und sich außerordentlich ähnlich sind.
  • Tapetenmotiv mit verklebten Fasanenfedern stellt eine “kleine Münze“ dar.
  • Auch dieses Motiv grundsätzlich urheberrechtlich geschützt.

 

OLG Nürnberg: Eigene 3 Hotel-Sterne ohne Prüfung unzulässig

  • Werbung mit Sternen für einen Hotelbetrieb irreführend, wenn Sterne auf Selbsteinschätzung des Hotels und auf Kundenzuschriften beruht

 

VG Hannover: Unzulässiges Productplacement im Dschungelcamp

  • Produkt „Leibniz pick up“ im Dschungelcamp 2014 zu stark in den Vordergrund gerückt
  • Productplacement muss von der übrigen Sendung getrennt und als Werbung erkennbar bleiben
  • Wenn der Werbezweck das Sendungsgeschehen dominiert und der natürliche
  • Handlungsablauf dahinter zurücktritt, ist dies eine zu starke Hervorhebung.

 

LG Würzburg: Makler haftet für Verstoß gegen EnergieeinsparVO

  • Makler haftet selbst, wenn er in einer Anzeige nicht die vorgeschriebenen Angaben nach der Energieeinsparverordnung macht
  • Verstoß gegen die Energieeinsparverordnung ist immer spürbar

 

BGH: Zur Prüfungspflicht eines Portalbetreibers im Bezug auf Bewertungen

  • Prüfungspflicht darf den Portalbetreiber nicht wirtschaftlich gefährden oder seine Tätigkeit unverhältnismäßig erschweren.

 

BGH: Grund für Widerruf eines Fernabsatzgeschäftes irrelevant

  • Die Gründe eines Verbrauchers für die Geltendmachung seines Widerrufsrechtes sind nicht von Bedeutung
  • Einer Begründung des Widerrufes bedarf es nicht

 

OLG Hamburg: Nivea darf sich nicht größer machen

  • Produktverpackung darf nicht größeren Inhalt vortäuschen
  • Derartige Produkte werden vom Verbraucher „auf Sicht aus dem Regal heraus“ eingekauft
  • Ein erheblicher Teil wird durch die Verpackung zu einer falschen Vorstellung verleitet und über die Größe des Inhaltes getäuscht

 

OLG Saarbrücken: Hauseigentümer kann Makler Verwendung eines Gebäude Fotos nach Ende des Auftrages verbieten

  • Allgemeines Persönlichkeitsrecht umfasst das Recht auf Achtung der Privatsphäre,
  • Ein Immobilienangebot unter Beifügung einer Vielzahl von Lichtbildern ist grundsätzlich geeignet, das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Hauseigentümers zu beeinträchtigen
  • Durch die Anzeige wird - die nicht vorhandene - Verkaufsabsicht in der Öffentlichkeit verbreitet.

 

LG Offenburg: Planungsbüro für Hochbauarchitektur

  • „Planungsbüro für Hochbauarchitektur“ in Verbindung mit der Abbildung eines mehrstöckigen Gebäudes durch Nicht-Architektin unzulässig
  • Argument, die Untersagung der Bezeichnung führe zu einem existenz vernichtenden Schaden, irrelevant
  • Wer sich jahrelang wettbewerbswidrig verhält und dadurch Marktvorteile erreicht, riskiert, diese auch wieder zu verlieren

 

LG Hamburg: Auch DIN Norm kann urheberrechtsfähig sein

  • Auch DIN Normen können als Sprachwerke urheberrechtlich geschützt sein
  • Copyright Vermerk ( © ) begründet die Vermutung, dass der Genannte auch der Urheber ist

 

LG Konstanz: Gewinnspielteilnahme und Werbung - 1000 Euro Vertragsstrafe zu wenig

  • Einwilligungsklausel muß „ausdrücklich“ erfolgten
  • Vertragsstrafe von 1000 Euro übt nicht den notwendigen Druck aus

 

BGH: Schadenersatz wegen unerlaubter Telefonwerbung ?

  • Im Rahmen eines „kalten“ Telefonanrufs schloss ein Anschlussinhaber einen
  • Vertrag über einen Eintrag in ein Branchenverzeichnis, den er später widerrief und anfocht
  • Außerdem verlangte er Schadenersatz in Höhe des Betrages, den er für das Branchenverzeichnis zahlen musste
  • Der BGH entschied jedoch, dass der Vertrag wirksam sei

 

OLG Frankfurt: Allgemeine Volkskrankheit rechtfertigt keinen Telefonanruf

  • Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern nur bei vorherigem Einverständnis zulässig
  • Anrufe bei Unternehmen setzen voraus, dass ein Anruf vermutlich im Interesse des Angerufenen liegt
  • Tatsache, dass Rückenschmerzen eine Volkskrankheit sind, kann Anruf eines
  • Herstellers von ergonomischen Sitzen bei Rechtsanwalt nicht rechtfertigen
  • Daran ändert nichts, dass der Telefonanruf nur 38 Sekunden gedauert hat.
  • Bereits der Versuch ist unzulässig

 

OLG Stuttgart: Unterlassungsschuldner muss Verstöße sicher verhindern

  • Wem durch Urteil eine wettbewerbswidrige Werbeaussage untersagt wurde, muss alles unternehmen, damit diese Werbeaussage nicht wiederholt wird.
  • Er muss Werbeaussage löschen, auch im Cache, gegebenenfalls Dritten mit Sanktionen droht
  • OLG Stuttgart verlangt, dass der Schuldner Drohungen in die Tat umsetzt
  • Gegebenenfalls sind mehrfache Kontrollen erforderlich
  • Das gilt in Bezug auf eigene Mitarbeiter und Dritte, deren er sich für die Aussage bedient hat.

 

 

 

OLG München I: Urheberbenennung durch mouse - over nicht ausreichend

  • Ein Fotograf hatte in die kostenlose Verwendung seines Fotos eingewilligt, wenndie Bedingungen dieser Lizenz eingehalten würden
  • Urhebervermerk doch tauchte der hier erst auf, wenn der Cursor längere Zeit auf dem Bild verweilte
  • Nach Auffassung des LG München I kein ordnungsgemäßer Urhebervermerk.

 

 

OLG Köln. Twittertext urheberrechtlich geschützt ?

  • Urheberrechtschutz für Texte setzt persönliche geistige Schöpfung voraus
  • Je kürzer Text ist, umso höher sind die Anforderungen
  • Ob eigenschöpferische Prägung vorliegt, kann nur Gericht entscheiden.

 

 

AG Regensburg: Schadenersatz von Anwalt für ungerechtfertigte        Abmahnung (Red tube) ?

  • Anwalt muss grundsätzlich keinen Schadenersatz leisten, wenn die Abmahnung
      unberechtigt
  • Ausnahme: Wenn der Anwalt wider besseres Wissen Abmahnung arglistig und
     erkennbar ausschließlich aus eigenem Gebühreninteresse betreibt

 

OLG Karlsruhe:“Sternchenhinweis“

  • Erläuterung eines Sternchens muss klar und eindeutig angegeben werden
  • Sie muss auch erkennbar und leicht zugänglich sein
  • Keine leichte Zugänglichkeit liegt vor, wenn sich Informationen auf einer anderen Seite befinden

 

OLG Hamm: Bild im Internet muss zutreffen

  • Abbildung eines Produktes kommt maßgebliche Bedeutung zu
  • Bei Internetseiten sind visuelle Eindrücke für die Erfassung des jeweiligen Angebots
     von entscheidender Bedeutung
  • Abbildung ist maßgeblicher Teil der Produktbeschreibung

OLG Jena: Umfang der Auskunftspflicht nach Urheberrechtsverletzung

  • Urheberrechtsverletzer muss Auskunft über den Umfang seiner Verletzung geben
  • Dem Urheber sind auch Bank-, Finanz- und Handelsunterlagen vorzulegen

 

OLG Köln: Kleine Abweichung bei Verwendung einer Marke kann    unschädlich sein

  • Eine registrierte Marke muss tatsächlich eingesetzt werden
  • Die Marke muss so verwendet werden, wie sie eingetragen wurde

OLG Frankfurt: Bei Verwendung des Zeichens ® muss Marke wie        eingetragen verwendet werden

  •  Marke muss so verwendet werden, wie eingetragen
  • Hinweis, dass eine Marke eingetragen wurde, nur zulässig, wenn sie nur leicht
      verändert wurde

OLG Frankfurt: Fußballübertragung in Gaststätte nicht unbedingt öffentlich

  • Für die öffentliche Ausstrahlung einer Fernsehsendung in einer Gaststätte ist die
  • Genehmigung des ausstrahlenden Senders erforderlich
  • Öffentlich ist eine Ausstrahlung aber nicht, wenn sie nur Mitgliedern zweier in der
  • Gaststätte regelmäßig tagender Clubs zugänglich ist
  • Dass während der Ausstrahlung die Türen hätten geschlossen werden müssen,   
  • könne nicht verlangt werden.

AG Potsdam: Fotografieren eines Grundstücks mittels Drohne ist u. U.
Persönlichkeitsrechtsverletzung des Grundstückseigentümers

  • Fotografieren eines Grundstückes mittels Drohne kann Verletzung des Persönlich-keitsrechtes des Grundstückseigentümers sein
  •  Recht auf Privatsphäre betrifft auch Integrität seines räumlichen Bereiches

 

OLG Düsseldorf: Wer wettbewerbswidrige Handlung unterlassen muss,
 muss auch aktiv werden

  • Nach Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung muss man aktiv dafür sorgen, dass der Verstoß beendet wird und dass die Eintragung gelöscht und aus dem Cache  entfernt wird.

 

OLG Hamm: 79.000 Euro Nachvergütung für Fotografen

  • Fotograf veröffentlichte tausende Fotos in Tageszeitung, pro Bild 10 Euro
  • Nach OLG Hamm keine angemessene Vergütung
  • Gericht sprach ihm 79.000 Euro als nachträgliche Vergütung zu

 

OLG Hamm: Schadenersatz bei ungenehmigter Zweitnutzung von Fotos

  • Einzelhändler muss sich vergewissern, ob Fotolieferant Recht zur Übertragung der
      Nutzung hat
  • Bei Umgang mit urheberrechtlich geschützten Werken entspricht es der üblichen
      Sorgfaltspflicht, die Berechtigung zur Nutzung des Werkes zu prüfen

 

OLG Frankfurt: Wie muss Einverständnis mit Cookies gestaltet werden?

  • Cookies sind am AGB-Gesetz zu messen
  • Nutzer muss Funktion erläutert werden

OLG München: Kriterien für den Streitwert bei gewerblichen Fotos

  • Vom Streitwert hängen die Verfahrenskosten ab
  • Für reine Produktfotos werden in der Regel andere Werte festgelegt als für private.

 

 

VG Stuttgart: Bewegliche LED Leuchtreklame bedarf einer Baugenehmigung

  • Beleuchtete, bewegliche 10 Quadratmeter große Werbeanlage bedarf baurechtlicher Genehmigung

 

AG Oldenburg: Für nicht legitimierte Anfahrtsskizze auf Website haften der  

Webdesigner und der Inhaber der Website

  • Sowohl der Designer als auch Auftraggeber haften auf Unterlassung und
      Schadenersatz wegen Urheberrechtsverletzung
  • Wesentliche Vertragspflicht eines Webdesigners ist die Beachtung des Rechts bei
      Konzeption und Umsetzung
  • Klausel, die ihn von einer wesentlichen Vertragspflicht freizeichnet, ist unange-
       messene Benachteiligung des Auftraggebers und unwirksam.

BGH: Auch geringe Abweichung von Musterwiderrufsbelehrung macht
Belehrung unwirksam – dann keine Widerrufsfrist

  • Fehlt eine notwendige Widerrufsbelehrung oder weicht sie von der Musterwider- rufsbelehrung ab, so ist sie unwirksam und setzt die Widerrufsfrist nicht in Kraft.
  • Das bedeutet, dass ein Verbraucher auch nach Ablauf der Widerrufsfrist ein Rechtsgeschäft widerrufen kann.
  • Die Belehrung, dass die Frist „frühestens mit Erhalt dieser Belehrung“ beginnt, ist unzureichend.

 

BGH: AGH Berlin hat recht: Anwalt darf nicht gleichzeitig Immobilienmakler sein

  •  Anwalt darf nicht gleichzeitig als Immobilienmakler tätig sein

 

BGH: Irreführung durch Unterlassen

  • Irreführung ist auch durch Unterlassen möglich
  • Unternehmer darf wichtige Informationen nicht vorenthalten
  • Ob eine Information wesentlich ist, ist aus der Sicht des Verbrauchers zu beurteilen.

 

OLG Frankfurt: Allgemeine Volkskrankheit rechtfertigt keinen Telefonanruf

  • Dass Rückenschmerzen eine Volkskrankheit sind, rechtfertigt den Anruf eines Herstellers von ergonomischen Sitzen bei einem Rechtsanwalt nicht

 

OLG Düsseldorf: Widerruf eines online Maklervertrages

  • Zwischen Interessentin und Makler kommt wirksamer Maklervertrag zu Stande, auch wenn sie sich nicht persönlich getroffen haben
  • Fehlt jedoch eine Widerrufsbelehrung, beginnt auch keine Widerrufsfrist
  • Der Maklervertrag kann auch noch lange nach Fristablauf widerrufen werden

OLG Köln: „Wenn das Haus nasse Füße hat“ nicht urheberrechtlich
  geschützt

  • Einfache Redewendungen der Alltagssprache sind für den allgemeinen Gebrauch frei zu halten
  • Je länger ein Text, umso größer die Gestaltungsmöglichkeiten
  • Text vermittelt keinen eigenständigen gedanklichen Inhalt

 

 

LG München I: Urheberbenennung durch „mouse – over“ nicht ausreichend

  • Wenn beim bloßen Betrachten des Bildes der Urhebervermerk nicht erscheint, sondern erst nach längerem Verweilen des Cursors auf einem entsprechenden Hinweis, handelt es sich nicht um einen ordnungsgemäßen Urhebervermerk.

 

 

LG Stuttgart: Maklerwerbung „Für Vermieter kostenfrei“ ist irreführend und     unzulässig

  • Aussage „Für Vermieter kostenfrei - wir suchen für unsere vorgemerkten Kunden in guter Wohnlage..„ ohne weiteren Hinweis unzulässig

BGH: Schadensersatz wegen kalten Telefonanrufs

  • Einer Inhaberin eines Lebensmittelladens wurde telefonisch ein Eintrag in ein Branchenverzeichnis angeboten – und angenommen. Ein Einverständnis mit dem Telefonanruf lag nicht vor.
  • Sie argumentierte, dass der Anruf unzulässig gewesen sei und ihr dadurch ein Schaden in Höhe der Kosten für die Eintragung in das Branchenverzeichnis entstanden sei.
  • BGH bestätigte die Unzulässigkeit kalter Telefonanrufe zu Werbezwecken, sah allerdings keinen Schaden

 

BGH: Auch Grundstücksmaklervertrag ist Fernabsatzgeschäft

  • Fernabsatzgeschäfte können innerhalb gesetzlicher Fristen widerrufen werden, wenn der Kunde nicht über sein Widerrufsrecht belehrt wurde
  • Das gilt auch für  per eMail abgeschlossenen Maklervertrag

 

KG Berlin: Angabe der E-Mail-Adresse kein Einverständnis mit für
Zusendung einer Werbe - E-Mail.

  • Die Angabe einer E-Mail-Adresse z.B. im Internet berechtigt nicht dazu, ohne   vorheriges Einverständnis Werbung per E-Mail zuzusenden
  • Eine solche allgemeine Bekanntgabe genügt nicht als “Einwilligung“.

 

OLG Düsseldorf: Beweislast für Einwilligung bei E-Mail Werbung

  • Wer mittels elektronischer Post wirbt, muss darlegen und beweisen, dass die vorherige ausdrückliche Einwilligung des Empfängers vorlag.
  • Einverständniserklärung eines jeden einzelnen Empfängers muss vollständig
      dokumentiert werden

 

OLG Celle: Streitwert bei Urheberrechtsverstößen

  • Intensität, Umfang und Dauer der Rechtsverletzung, der Gewinn und Umsatz,
  • Bekanntheit, Aktualität des Werkes bzw. seines Urhebers, Zinsvorteil und der
      Zeitraum sind bei der Festsetzung des Streitwertes in Betracht zu ziehen.
  • Generalpräventive Aspekte sind allerdings außer Acht zu lassen.

 

LG Dortmund: Unterlassungserklärung bei E-Mail Werbung

  • Verpflichtung, nur  an den Unterlassungsgläubiger keine Mails an dessen Adresse zu versenden, genügt nicht
  • Beschränkung einer Unterlassungserklärung auf eine bestimmte E-Mail-Adresse nicht zulässig

 

LG Stuttgart: Bezeichnung „Dienstleister“ reicht für Makler nicht

  • Immobilienmakler verstößt gegen WoVermittG und UWG, wenn er Gebühr für die Besichtigung verlangt
  • Dass er sich als „Dienstleister“ bezeichnete, ändert nichts

 

BGH: Bank muss Namen des Kontoinhabers nennen, der eine Markenverletzung begangen hat

  • Parfümhersteller steht Anspruch gegen Sparkasse auf Herausgabe der Daten eines
     Markenverletzers zu
  • Bank darf Auskunft nicht verweigern, wenn Konto im Zusammenhang mit Markenverletzung genutzt wurde.

 

 

OLG München: Höchste Vorsicht bei Foto

  • Inhaberin der Webseite handelt fahrlässig, wenn sie sich auf die Zusicherung ihrer Werbeagentur wegen Freiheit von Rechten verlässt
  • Muss sich Unterlagen vorlegen lassen und die Rechtekette zurückverfolgen

 

 

OVG Berlin – Brandenburg:Telefonische Zufriedenheitsanfrage ist Verstoß
  gegen UWG und BGSG

  • Telefonische Kundenzufriedenheitsanfrage unzulässig
  • Verstoß gegen UWG und BDSG
  • Telefonnummern hätten der Kundenzufriedenheitsanfrage und der Einholung der die Einwilligung in Telefonwerbung gedient

 

OLG Frankfurt: Werbung mit hundertjähriger Firmentradition kann trotz
  Insolvenz zulässig sein

  • Trotz Insolvenz darf u.U. mit Firmentradition geworben werden
  • Voraussetzung, dass sich durch Insolvenzverfahren Unternehmenscharakter nicht verändert
  • Verkehr rechnet damit, dass sich Unternehmen verändert und erwartet nur, dass es als wesensgleich angesehen werden kann

 

 

LG Berlin: Makler ohne Auftrag: wettbewerbswidrig

  • Makler ohne Auftrag und Zustimmung des Eigentümers handelt wettbewerbswidrig
  • Aber Makler und Eigentümer nicht in Wettbewerbsverhältnis

 

AG Oldenburg: Webdesigner muss Unterlagen seines Auftraggebers auf
Urheberrechte Dritter überprüfen

  • Webdesigner muss eigenes und übergebenes Material überprüfen
  • Webdesigner darf sich nicht auf Aussage des Mitarbeiters der Agentur verlassen

 

 

 

 

 

 


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